Projektmanagement in der maritimen Wirtschaft

Die Wertschöpfungskette der Maritimen Wirtschaft umfasst neben Werften und Produzenten von Komponenten und Systemen, den Bereich Meerestechnik sowie verschiedene Dienstleistungen in betriebswirtschaftlichen Bereichen. In diesem Geschäftsbereich ist die Entwicklung komplexer Systeme und deren Komponenten so relevant wie in kaum einer anderen Branche, denn die Schiffbauindustrie sowie die Meerestechnik bedienen sich vielfältiger Anlagen und Maschinen. Dabei steht die Sicherheit im Vordergrund. Diese wird größtenteils von der europäischen Maschinenrichtlinie reguliert. In dieser Richtlinie und den damit zusammenhängenden Sicherheitsnormen werden modernste Methoden und Maßnahmen in der Umsetzung von Sicherheitsgeräten vorgeschrieben.

 

Warum aber gewinnt das Projektmanagement in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung?

 

Die Ursachen liegen in den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Maritimen Wirtschaft: Globalisierung, gestiegener Konkurrenzdruck und technischer Fortschritt führen auch in diesem Wirtschaftszweig dazu, dass immer mehr Unternehmen ihre Leistungen in Form von Projekten erbringen. Um Personen und Umwelt sowie die Effizienz der Produkte und den Erfolg der Unternehmen bei der zunehmenden Nutzung der Meere zu unterstützen und zu schützen, ist eine sichere und effiziente Projektabwicklung unabdingbar.

 

Aus analog wird digital

 

Neben den oben genannten Anforderungen an Unternehmen und der Sicherheitsgewährleistung, ist vor allem die Digitalisierung im gesamten Bereich der Maritimen Wirtschaft eine große Herausforderung. Denn Automatisierungsprojekte werden zukünftig die Fähigkeiten der Marine, des Schiffbaus sowie der Meerestechnik maßgeblich beeinflussen. Hier reicht eine einfache Transformation nicht aus. Prozesse müssen neu erdacht werden und ein tiefgreifendes Verständnis verfügbarer Technologien muss geschaffen werden. Die Herausforderungen für die Automatisierungstechnik in Offshore-Anwendungen und auf Schiffen steigen stetig. Mit den zunehmend größer werdenden Anlagen und der Einführung neuer Technologien, wächst auch die Komplexität der Systeme. Neue Entwicklungsmethoden für die Erstellung solcher sind notwendig, um einerseits den Aufwand für die Entwicklung gering zu halten und andererseits ausgereifte Anlagen auf dem Markt platzieren zu können.

 

Fest steht, dass neue Verfahren in Entwicklung, Produktion, Schiffsbetrieb und Hafenlogistik erhebliche Effizienzsteigerungen erwarten lassen und dass die Nutzung der sich rasant entwickelnden digitalen Techniken zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für die gesamte maritime Branche wird.

 

Der Schlüssel zum Erfolg ist ein effektives Projektmanagement. Denn nur damit können komplexe Planungs-, Diskussions- und Abstimmungsprozesse garantiert werden. Neben der fachlichen Koordination und Umsetzung ermöglichen es klar definierte Projekte außerdem, den Menschen effektiv in die Prozesse einzubinden.

 

 

 

Projektmanagement ist der Grundstein für ein erfolgreiches Entwicklungsprojekt

 

Gerade in der ersten entscheidenden Phase, der Definition von Projektstrukturen sowie dem Anforderungsmanagement, erarbeiten spezialisierte Projektmanager klare Anforderungen an den Entwicklungsgegenstand. Dabei ist es egal, ob es sich um das Management von Offshore-Projekten oder der marinen Koordination handelt. Die Basis eines erfolgreichen Projektes wird bereits hier gelegt. Das ist wichtig, denn der weitere Projektverlauf birgt häufig noch genug Herausforderungen.

 

Hochtechnologische, komplexe On- und Offshore Projekte erfordern spezielles Know-how. Sie finden heute oft in weltweit verteilten Netzwerken mit zahlreichen Lieferanten und Partnern statt. Immer mehr einzelne spezialisierte Teams arbeiten parallel. Dadurch steigt der Organisations- und Koordinationsaufwand für den Projektleiter enorm. Das betrifft die Planung von Logistik und Transport ebenso wie die System- und Maschinenintegration oder auch die Errichtung von Anlagen und deren Instandhaltung.

 

Wichtig für Projekte der Bereiche Marine, Schiffbau oder Meerestechnik ist, dass auch maritime Anforderungen an Infrastruktur und Logistik professionell koordiniert werden. Bei der marinen Koordination kommt es auch auf die perfekte Steuerung diverser Prozesse, wie zum Beispiel der Zusammenarbeit verschiedenster Bereiche wie Materialwirtschaft, Arbeitsvorbereitung und Arbeitsplanung sowie auf die Koordination der Schiffe und Services an.

 

Aber auch die Koordination von Arbeitskräften erfordert eine hochkomplexe Logistik. Personalarbeit und Projektmanagement sind dabei zwei Bereiche die fest zusammen gehören. Auch aufgrund der Vielschichtigkeit der Projektteams wird Personalarbeit dabei immer anspruchsvoller. Je komplexer die Aufgabe wird, umso wichtiger ist die strukturierte Bearbeitung.

 

In gut geführten Projekten überwachen Spezialisten den Projektstatus während der gesamten Projektdurchführung. Sie dokumentieren ihn zu ausgewählten Meilensteinen des Projektterminplans und steuern damit die am Projekt beteiligten Fachexperten.

 

Da auch hier die Digitalisierung Einzug hält, ist es mit Hilfe integrierter intelligenter Systemen möglich, Menschen bei komplexen Aufgaben zu unterstützen, um problematische Situationen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

 

Ziel eines funktionierenden Projektmanagements im maritimen Umfeld muss sein, Mensch und Technologie ganzheitlich zu koordinieren und zu organisieren. Dabei ist es im Entwicklungsprozess besonders wichtig, das Wissen um sicherheitskritische Systeme auf maritime Anlagen und deren besonderen Eigenschaften, Umweltbedingungen und Sicherheitsanforderungen zu übertragen. Denn die maritime Wirtschaft arbeitet nur teilweise mit internationalen, technischen und verbindlichen Vorschriften und Normen. Dies geschieht, um einheitliche Wettbewerbsbedingungen auf einem hohen Niveau sowie Sicherheit für Mensch und Umwelt zu gewährleisten. Allerdings sind längst noch nicht ausreichend Normen vorhanden, einiges muss noch erarbeitet werden – und auch die Hersteller müssen noch vermehrt den Schritt in die Zertifizierung wagen.

 

Die wohl wichtigsten Vorgaben sind internationale Normen im Qualitäts- und Projektmanagement, ebenso wie Richtlinien für alle sicherheitsbezogenen Systeme, die elektrische, elektronische oder programmierbare elektronische Komponenten enthalten und deren Ausfall ein maßgebliches Risiko für Mensch, Ausrüstung oder Umwelt bedeutet. Angestoßen werden diese Themen meist durch die IMO, die Internationale Maritime Organisation.

 

Da im maritimen Bereich kritische Systeme gegenwärtig sind, sollten auch deren dazugehörige Normen ebenso präsent sein wie in anderen stark regulierten Branchen. Ein großer Vorteil für die Einführung oder den Einsatz von Richtlinien und Normen ist dabei, dass das Wissen um diese branchenübergreifend anwendbar ist und qualifizierte Projektmanager diese bereits aus anderen Geschäftsbereichen kennen.

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